Wir sind unter die Maisbauern, juche!

Also.
Alles fing damit an, dass gestern die bekloppte Powerpoint-Präsentation fertig gehießen wurde.
Nicht vollkommen. Sicher mit Schwächen. Aber FERTIG. Das ist ne Entscheidung, und dazu steh ich *grins*
Jedenfalls.
Heute wurde dann in der Folge das Infoheft fertig.
Ich muss noch den ganzen Planungsscheiß machen (also, nen Teil hab ich natürlich schon), aber das Schlimmste (Powerpoint ist definitiv was ganz, ganz Übles!) ist rum.
Und ich hab wieder Augen für andere Sachen. Der Garten zum Beispiel, der hat sich in den letzten vier Wochen in einen furchterregenden Urwald verwandelt. Das ist nicht so schlimm, weil technisch gesehen lässt sich großes Unkraut leichter rausreißen als kleines Unkraut, und wir haben so viele Ecken, wo wir das hinschmeißen können, ohne dass es jemanden stört, dass es wirklich nichts macht. Und es ist äußerst befriedigend. Viel cooler, drei Einachser-Ladungen voll Brennesseln wegzukarren als ein Eimerchen voll Vogelmiere, wenn du weißt, was ich meine.

Aber zurück zum Thema. Irgendwo hab ich Anfang des Jahres Bantam-Mais mitbestellt. Und vorgezogen. Und ausgesetzt. Und in der Dürreperiode brav gegossen.
Und dann ist der super gewachsen. Schöner als alle auf allen Feldern rundrum. Ist ja klar, die hat auch keiner gegossen.
Und nachdem heute mein Tunnelblick endlich wieder aufging, hab ich beschlossen, dass ich Mais ernte und verarbeite. Das war auch gut so, die Mäuse haben diesen Entschluss nämlich schon früher gefasst. Oder waren es Vögel? Ich weiß es nicht. Vielleicht beides.
Wie du auf dem Foto sehen kannst, gab es durch tierische Vorernte schon ein bisschen Verluste. Aber das stört mich nicht weiter.

SONY DSC
Ich hab schon wieder vergessen, wie viele Kolben es waren, ich glaube von den nennenswerten (also mit Körnern dran) waren es 16 oder so. Und es dürften auch 16 Pflanzen gewesen sein, auf 1,50 m mal 1,50 m.
SONY DSC

Das waren (in ganzen Kolben, aber ohne Blattverpackung und “Haare”) gut 2 kg.
Und in Maiskörnern gesprochen, gut 1,3 kg (ich kann es nicht so genau sagen, weil ich schon ein bisschen genascht hab…)
Die Kolben hab ich in den großen Topf geworfen und kurz gekocht. Dann kalt abgeschreckt. Also insgesamt quasi blanchiert.
Und dann hab ich die Körner reihenweise mit so nem Gemüsemesser rausgeschnitten. Reihenweise längs. Geht ganz gut!

SONY DSC

War insgesamt kaum Arbeit. Und ich habe etwa eine Jahresration Mais für uns gewonnen. Ich denke, wir würden auch mehr schaffen. Aber seit ich keinen Mais mehr in Dosen kaufe, kaufe ich insgesamt weniger Mais, weil der im Glas teurer ist und man ja auch nicht ewig viele Gläser braucht, zumindest nicht in dieser Größe. Jetzt frier ich meinen in Gläsern ein und bin gespannt, wie lange er reicht. Wahrscheinlich lange. Wenn was eingefroren ist, hält es eh meist länger als wenn es so im Vorratsschrank steht – man hat es nicht so im Blick.
Nächstes Jahr werd ich es mit einwecken probieren. Und vielleicht doppelt so viele Maispflanzen pflanzen. Schaffen würden wir das allemal :D

Und jetzt hab ich grad noch die rettende Idee… ich pack das erst mal wieder aus den Gläsern aus und friere auf dem Tablett vor. Dann ist er quasi rieselfähig und ich kann kleinere Mengen entnehmen. Yay me.

Übrigens – es ist definitiv der beste Mais, den ich je gegessen habe. Butterweich und hammermäßig im Geschmack. Es hat sich so dermaßen gelohnt. Danke an den, der immer alles so schön wachsen lässt.

Soso.

Ich habe den starken Drang, mich vor dem Verfassen dieser Zeilen dafür zu rechtfertigen, dass ich mir so einen Scheiß überhaupt reinzieh. Normalerweise gucken wir quasi fast überhaupt gar kein Fernsehen. Ich schätze ich bin neugierig geworden, weil ich in der SZ oder TAZ oder so einen Artikel gesehen hab zum Thema von Herrn Plasbergs Talkshow und was da alles los war in der letzten Zeit.
Und dann hab ich halt aus Neugierde die alte Sendung vom März gesehen (youtube glaub ich) und heute morgen bin ich drüber gestolpert (SZ oder TAZ oder so), dass gestern wohl die “Wiederholung” lief.
Die Sendung an sich ist vollkommen lächerlich gewesen, die erste Version sowie die Zweite, insofern: kein weiteres Wort darüber. Aber was mir echt Kauprobleme verursacht… dieser langhaarerte Lackl von den Grünen, der hat insgesamt mindestens dreimal gesagt, dass es ja wichtig sei zu erwähnen dass 60% aller Frauen sich einmal im Leben sexuell belästigt fühlen.

Ich habe keine Kenntnis, worauf diese Aussage beruht, ich weiß auch nicht, ob ich ihm abkaufen soll, dass er das glaubt, was er da sagt. Ich glaub es nicht, mich stören zwei Dinge daran.

1. der Geruch nach Pantene ProV.
Genau, Pantene macht nämlich “gesund aussehendes Haar, das glänzt”. Es fühlt sich so an, als ob die Haare gesund sind, weil sie so aussehen. In Wirklichkeit ja voll der Quatsch, weil Haare nun mal totes Material sind und sich höchstens irgendwelche Silikone drumlegen, wenn man sie mit PPV wäscht. Und genauso klingt für mich die Aussage von Herrn Dingenskirchen (ich weiß eigentlich wie der heißt, aber es fällt mir grad partout nicht ein, Mittagstief ahoi!), also die Frauen fühlen sich sexuell belästigt, haha, ein bisschen hysterisch sind sie ja manchmal schon.

Das bringt uns zu Punkt 2. nämlich: möglicherweise das Gegenteil von dem, was in 1. impliziert ist.
Viele Frauen fühlen sich nämlich NICHT sexuell belästigt, obowhl sie es werden. Die Aussage von Herrn Hofreiter (hach, jetzt ist es mir doch eingefallen) ist völlig im luftleeren Raum – man weiß nicht, bezieht es sich auf Deutschland? Europa? Die ganze Welt? Je weiter ich denke, desto unrealistischer kommen mir 60% vor. Gibt es weitere Zahlen? Wie viele Frauen fühlen sich (haha) denn mehrmals in ihrem Leben sexuell belästigt? Ist das oben ein “mindestens” einmal und bei mehrmals kommen 100% heraus? Aus eigener Erfahrung würde ich dazu tendieren, und wenn ich dann noch in Betracht ziehe, dass die Vielzahl negativer Erfahrungen, die ich ungefragt und unprovoziert in dieser Richtung machen musste, harmlose rosa Einhornglitzerscheiße ist verglichen mit dem, wie Frauen in anderen Ländern und Kulturen behandelt werden, würde ich sogar noch erhöhen, wenn das nur möglich wäre.
Allerdings, zurück zum Punkt 2: diese Frauen in den anderen Kulturen fühlen sich natürlich nicht sexuell belästigt, denn sie sind es gewohnt, als niedrige Obejkte/Putzlappen/wertloses Einrichtungsstück/Köchin und Haushälterin mit sexueller Zusatzfunktion und – viel – Schlimmeres betrachtet zu werden.

So, das wollte raus.
Zurück zum Projekt. Powerpoint ist auch was richtig Überflüssiges und ich hoffe ich hab es bald eingetütet. In Recyclingpapiertüten, versteht sich.

Linkdump

Upcycle That

We upcycle

Cradle to Cradle e.V.

Plastic Pollution Coalition

C2C – Michael Braungart/

Plastikfrei

Und sonst so: Ich freu mich auf den Oktober. Es gibt so unendlich viel, was ich gerne im Garten machen möchte. Garten aufräumen macht Spaß. Das Hochbeet schaut mich schon relativ leer an und es freut mich jedesmal, wenn ich aus dem Fenster sehe. Ich werd wahrscheinlich dieses Jahr keine Gründüngung drauf machen, weil ich es ja noch um einen Balken erhöhen will, aber wir haben ja einen Komposthäcksler und ich werd einfach mal ne ordentliche Schicht Kompost zwischenreingeben. Bin noch am Überlegen, ob ich es wühlmaussicherer machen muss. Und wenn ja, wie. Ein Problem war das dieses Jahr schon. Allerdings sind es im Hochbeet nur wenige angefressene Rote Beten gewesen, nichts, was komplett verschwunden wäre oder so…

Schulpflicht und der ganze Quatsch.

Hab grad noch ein bisschen auf dem dämlichen SPON rumgeklickt (ich geb’s ja nicht gern zu) und bin bei einem dämlichen nichtssagenden Artikel über einen jungen Mann hängen geblieben, der doch tatsächlich (tsk!) sein Abi geschafft hat, ohne zur Schule gegangen zu sein.
Ich habe nur wenige von den darauf folgenden dämlichen Kommentaren ertragen.
Mann ey, nicht zur Schule gehen zu müssen, das wär’ perfekt gewesen für mich.  Meine Eltern hätten die Ausbildung nicht leisten können, nein, aber das hätte ich auch nicht gebraucht. Vielleicht pro Fach einen Grundkurs in der Schule und den Rest daheim mit Büchern.

Ich hätte mich jahresweise in die Themen vertieft. Ein Jahr nur Englisch, Ein Jahr Deutsch, Ein Jahr Geschichte und Politik, eines Chemie und Physik, ein oder vielleicht eineinhalb Jahre Mathematik. Alles schön sortiert und der Reihe nach, keine Rezüberflutung ;)

Ich bin der klassische Autodidakt und ich war das klassische Mobbingopfer und Außenseiterkind. Von Anfang bis Ende, ok, Mobbingopfer hat sich nicht durchgezogen, das waren nur drei Jahre und einzelne Episoden, aber der Rest schon. Ich drehe auch gerade im Meisterkurs regelmäßig durch und frage mich und alle anderen, warum ich das überhaupt mitmache, wenn ich doch die Prüfung auch einfach so ablegen könnte.
Hmja. Wahrscheinlich doch ein bisschen Furcht, dass ich es einfach sein lassen könnte. Prokrastinieren kann ich ja schon gut.

Aber für einen normalen Schulabschluss wäre die Motivation garantiert da gewesen. Für schlechte Noten in den mittleren Schuljahren (so von 12 bis 17) gab es klare Gründe: a) tödliche Langeweile, b) Angst vor Schülern, c) Angst vor Lehrern, d) Depression und e) eindeutig zu wenig individuelles Eingehen auf meine Lernbedürfnisse (zum Beispiel Angstfreiheit :p oder Herausforderung)
Beim Lesen des Artikels war ich gleichzeitig fasziniert und erschrocken. Fasziniert von dieser Möglichkeit, schon so früh entscheiden zu können, dass ich lieber als unabhängiger Autodidakt durchs Leben gehe (er war acht, als seine Eltern ihn auf seinen Wunsch von der Schule nahmen). Von den Gedanken, was das in meinem Leben geändert hätte, was mir erspart geblieben wäre.

Erschrocken über die Eltern, die ihr Kind anscheinend mit sieben oder acht Jahren schon für kompetent genug hielten, so eine Entscheidung zu treffen, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellte (sie zogen nach Frankreich, um der Schulpflicht zu entgehen)? *schluck* das erschreckt mich wirklich. Ich bin da ja eher nicht so der Freund vom “kompetenten Kind”, aber vielleicht ist das auch nur bei Kindern anderer Leute so ;-) wer weiß das schon.

Hach ja. Ich träum noch ein bisschen rückwirkend.

Sicheren Fußes

Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.
Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.
Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.
(Psalm 121, 2-4)

Du gibst meinen Schritten weiten Raum, dass meine Knöchel nicht wanken.
(2. Samuel 22, 37)

Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, dass du mein Elend ansiehst
und nimmst dich meiner an in Not
und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes;
du stellst meine Füße auf weiten Raum.
(Psalm 31, 8)